27.07.2010 / Titel / Seite 1

Nicht länger geheim

Knut Mellenthin
Über 40 afghanische Zivilisten wurden am vergangenen Freitag getötet, als NATO-Kampfhubschrauber ein Dorf in der Provinz Helmand angriffen. Die Sprecher des Militärpakts reagierten wie üblich: Es gebe »keine Hinweise« auf Opfer unter der Bevölkerung. Die Truppen hätten lediglich »mehrere Kilometer« von dem Dorf entfernt gegen »Aufständische« gekämpft. Indessen liegen schon zahlreiche gegenteilige Berichte von Augenzeugen vor, die Journalisten internationaler Medien in dem Gebiet gesammelt haben.

Wie solche »Kollateralschäden« von der NATO in Afghanistan produziert werden, wird u.a. anhand der etwa 92000 bisher geheimen US-amerikanischen Dokumenten deutlich, die am Wochenende von Wikileaks ins Internet gestellt wurden. Die Gruppe hat sich die Schaffung größerer Transparenz über die Kriegspolitik der USA und ihrer Verbündeten zur Aufgabe gemacht. Erstmals bekannt war Wikileaks im April durch die Veröffentlichung schockierender Videoaufnahmen geworden: Sie ...

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