22.07.2010 / Wissenschaft & Umwelt / Seite 15

Grüne Lifestyle-Eugenik

Anfang Juli fällte der Bundesgerichtshof ein Urteil zur Präimplantationsdiagnostik. Es stürzt vor allem die Grünen in ein Dilemma

Uwe-Jürgen Ness
Ende der 90er Jahre gab es hierzulande erste Debatten darüber, daß Embryonen bei der künstlichen Befruchtung in Großbritannien auf Genmutationen untersucht wurden. Vor der Implantation in die Gebärmutter wurden sie u.a. auf FAP gescreent, eine Darmkrebsart, an der die Träger erst im Erwachsenenalter erkranken und für die es vermittels Früherkennung und Operation gute Heilungschancen gibt. In Deutschland wurde diese Präimplantationsdiagnostik (PID) damals fast unisono abgelehnt. Aber es gab bereits Frauen und Reproduktionsmediziner wie Klaus Diedrich, die klar die Absicht äußerten, die Methode anwenden zu wollen. Sie sei durch das 1990 verabschiedete Embryonenschutzgesetz (ESchG) verboten, beschwichtigte die rot-grüne Regierung. Das Gesundheitsministerium plane zudem ein Fortpflanzungsmedizingesetz, welches die PID ausschließen werde. Irgendwie war die Koalition sieben lange Jahre offenbar zu sehr mit Kriegführen und Sozialabbau beschäftigt. Es kam jedenfa...

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