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02.07.2010 / Schwerpunkt / Seite 3

Nicht Marx, nicht Gauck

Oder: Wie sich die Zeiten doch nicht geändert haben. Anmerkungen zu Anschuldigungen gegen Die Linke nach der Wahl des Bundespräsidenten

Kurt Pätzold
Als die Stimmen am Mittwoch abend gezählt waren und entschieden war, wer in Schloß Bellevue (deutsch: Schöne Aussicht) einziehen darf, begannen aus dem Lager der Rosarot-Grünen die Schuldzuweisungen für den Wahlausgang. Die wurden an Die Linke adressiert. Die trage die Verantwortung dafür, daß auf dem Türschild am edlen Gebäude für die kommenden fünf Jahre nicht der Name Joachim Gauck zu lesen sein werde. Denn sie hätte, aber sie hat nicht. Die geschichtlichen Kenntnisse der Klagenden und Anklagenden haben nicht zu dem Versuch hingereicht, dem Vorwurf historische Tiefenschärfe zu geben. Schon einmal haben die Linken in deutscher Geschichte die Sozialdemokraten mit den von ihnen favorisierten Kandidaten im Stich gelassen. Da schrieb man das Jahr 1925.

Da war im Februar das Staatsoberhaupt der Weimarer Republik, nein, nicht zurückgetreten, sondern abberufen worden. Reichspräsident Friedrich Ebert, Sozialdemokrat und in seinem Amte ein Überbleibsel aus Revo...

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