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17.06.2010 / Schwerpunkt / Seite 3

»Deutschland hat Schulden«

Verbrechen der Wehrmacht und SS in Griechenland: Überlebende und ihre Angehörigen kämpfen bis heute um Entschädigung. Ein Gespräch mit Argyris Sfountouris, Gabriele Heinecke und Martin Klingner

Heike Schrader, Athen
Argyris Sfountouris überlebte als Dreijähriger das Massaker in Distomo. Gabriele Heinecke und Martin Klingner engagieren sich im Arbeitskreis Distomo und als Anwälte für eine Entschädigung der Opfer von Naziverbrechen.

Am 10. Juni 1944 ermordeten Angehörige des 7. Regiments der 4. SS-Polizei-Panzer-Division im Zuge einer sogenannten Sühnemaßnahme 218 Bewohner der griechischen Ortschaft Distomo. Die Überlebenden und ihre Angehörigen kämpfen bis heute um Entschädigung. Wie steht es in dem Fall im Moment?

Martin Klingner: Der Kassationsgerichtshof in Rom hatte 2008 entschieden, daß eine Durchsetzung der Rechtsansprüche in Italien gegen deutsches Staatseigentum möglich ist. »Staatenimmunität« erkennen die italienischen Gerichte bei Verbrechen gegen die Menschheit und Kriegsverbrechen zu Recht nicht an. Zur Sicherung der Ansprüche der Distomo-Kläger waren im Jahr 2009 die Zahlungsansprüche der Deutsche Bahn AG gegen die Italienische Staatsbahn (aus Ticketverkä...

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