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09.06.2010 / Schwerpunkt / Seite 3

»Wir können aufeinander nicht verzichten«

Linke Christen und Marxisten haben eines gemeinsam: Sie wollen eine bessere Welt – nur wie? Ein Gespräch mit Dick Boer

Peter Wolter
Der Niederländer Dick Boer gehört der evangelisch-reformierten Kirche an. Er ist Professor für Systematische Theologie; von 1984–1990 war er Pfarrer der Niederländischen Öku­menischen Gemeinde in der DDR. Boer ist auch Mitarbeiter des Historisch-Kritischen Wörterbuchs des Marxismus.

Sie waren lange Jahre Pfarrer der Niederländischen Gemeinde in der DDR – welche Erfahrungen haben Sie in dieser Zeit mit der Zusammenarbeit von Christen und Marxisten gemacht?

Sehr unterschiedliche. Als Pfarrer hatte ich natürlich häufig mit dem Büro des Staatssekretärs für Kirchenfragen und mit anderen Funktionären zu tun. Beiden Seiten ging es ja nicht um einen Streit über das Reich Gottes, sondern um praktische Lösungen. Meine Gesprächspartner waren freundlich, allerdings mitunter mit einem etwas reduzierten Leninismus ausgestattet.

Waren sie eher pragmatisch?

Auch das, dagegen ist ja nichts zu sagen – aber mit »Pragmatismus« wäre das Verhältnis unvollkomm...

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