05.06.2010 / Geschichte / Seite 15

Republik ungeschützt

Bei den Reichstagswahlen am 6. Juni 1920 gewannen rechtsbürgerliche Parteien

Manfred Weißbecker
Die Putschisten zwar geschlagen, der Sieg über Kapp, Lüttwitz und Co. jedoch zerronnen und die Weimarer Republik weiter ungeschützt im Visier rechter Kräfte – so konnte die politische Bilanz linker Kräfte in Deutschland im späten Frühjahr und im Sommer des Jahres 1920 gesehen werden.

Dem entsprach auch das Ergebnis der Reichstagswahlen vom 6. Juni. Im Vergleich zu den Wahlen zur Nationalversammlung vom 19. Januar 1919 blieb die SPD zwar stärkste Partei, verlor aber 5,9 Millionen Stimmen. Mit 51 Prozent hatten ihr mehr als die Hälfte der früheren Wähler den Rücken gekehrt. Die DDP verlor 3,5 Millionen Stimmen (61 Prozent). Die Verluste des dritten Mitglieds im Regierungsbündnis hielten sich in Grenzen: Die großbürgerlich-katholische Zentrumspartei erhielt 1,3 Millionen Stimmen (22 Prozent) weniger, doch dies war auf die Konstituierung ihres bayerischen Landesverbandes zu einer eigenständig agierenden Partei zurückzuführen. Hatte sich zuvor die »Weim...

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