05.06.2010 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Das ist Aufstandsbekämpfung wie im 19. Jahrhundert«

Gespräch mit Marc Thörner. Über die neue deutsche Militärdoktrin in Afghanistan, die Informationspolitik des Verteidigungsministeriums und die Wiederkehr kolonialer Kriegsführung

Thomas Wagner
Marc Thörner (geb. 1964) lebt in Hamburg und hat Geschichte sowie Islamwissenschaften studiert. Er berichtet seit 1994 als freier Journalist überwiegend für ARD-Rundfunkanstalten aus dem Maghreb, den Golfstaaten, dem Irak, Pakistan und Afghanistan. 2009 erhielt er den Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus.

Im Sommer sollen starke Militärverbände der USA im Verantwortungsbereich der Bundeswehr im Norden Afghanistans operieren. Wer wird dabei das Sagen haben?

Noch immer die Bundeswehr. Sie befehligt ja das Regionalkommando Nord. Allerdings bestehen die USA darauf, in sämtlichen Regionalkommandos jederzeit und ohne Angabe von Gründen beziehungsweise spätere Erklärungen Spezialoperationen durchzuführen. Solche Operationen scheinen sich im Norden während der letzten Jahre immer weiter verstärkt zu haben. Zwei Beispiele dafür: Im März 2009 sind mit ganz kurzfristiger Anmeldung auf dem deutschen Flugplatz Spezialkräfte gelandet, haben von dort das Haus ...

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