02.06.2010 / Schwerpunkt / Seite 3

Schandfleck

Rolf Verleger, Vorsitzender der Gruppe »Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost«, mahnt nach dem israelischen Überfall auf die Gaza-Hilfsflotte am Montag seine Mitstreiter: »Laßt uns daran arbeiten, daß eine positive Dynamik in diese katastrophalen Verhältnisse kommt. Ein Ansteigen von Antisemitismus kann nur verhindert werden, wenn für jedermann klar wird, daß es eine jüdische Opposition gegen die Ungeheuerlichkeiten gibt, die da aus Israels Irrweg erwachsen.« An Bundeskanzlerin Angela Merkel richtete das frühere Direktoriumsmitglied des Zentralrats der Juden folgendes Schreiben:

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,

vor knapp zwei Jahren sagte mir ein Kollege, Psychologieprofessor aus Jerusalem, er sei sein ganzes Leben lang »links« gewesen, aber nun habe er die Nase voll. Er sei zu dieser Schlußfolgerung gekommen: Wenn Israel seine Ruhe nur dadurch haben könne, daß alles Leben in einer 15-Meilen-Zone um Israels Grenzen ausgelöscht wür...



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