02.06.2010 / Feuilleton / Seite 13

Seele ohne Menschen

Außerhalb des Erdzusammenhangs den öffentlichen Raum erobern: Rudolf Steiner sind in Wolfsburg zwei Ausstellungen gewidmet

Christoph Horst
Wie schon in seiner Pädagogik und seiner Medizin verarbeitete der Spiritist Rudolf Steiner (1861–1925) auch in seiner Kunst nichts, was über die eklektizistische Deutung zeitgenössischer irrational-esoterischer Tendenzen hinaus ging. So wie Waldorfpädagogik nicht bildet und anthroposophische Arzneien nicht heilen, bleibt auch die anthroposophische Kunst beim nicht auf anthroposophischen Schulung und somit auf Steiner fixierten Betrachter emotional wirkungslos. Steiners Auslassungen zu allen Gebieten – die Weisheit des Kosmos kennt keine Beschränkung– soll vorrangig immer eines sein: unterwürfiger Gottesdienst. Genauso langweilig sind seine Werke, die man jetzt im Wolfsburger Kunstmusem berachten kann. Dort werden gleich zwei Ausstellungen aufgefahren: »Rudolf Steiner – Die Alchemie des Alltags«, die sich mit Steiners Werk beschäftigt, und »Rudolf Steiner und die Kunst der Gegenwart«, in der mal mehr mal weniger anthroposophisch ins...

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