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27.05.2010 / Schwerpunkt / Seite 3

Kampf um die Geschichte

Im Rathaus von Berlin-Treptow wird seit Jahren über die MfS-Tätigkeit einer Bezirksverordneten gestritten. Ein Ende der Debatte ist nicht in Sicht

Frank Brunner
Ein paar selbstbemalte Schilder sind es, die Siegfried Stock schließlich aus der Fassung bringen. »Nehmen Sie sofort diese Plakate runter«, ruft der energische Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Treptow-Köpenick sichtlich empört. Es ist der 29. April, und im Rathaus an der Neuen Krugallee haben sich die Kommunalvertreter zu ihrer monatlichen Sitzung versammelt. Normalerweise wird in den Gremien der Berliner Bezirke über die Absenkung von Bordsteinkanten, gesperrte Durchgangsstraßen oder illegale Grillplätze diskutiert. Doch in Treptow-Köpenick streiten die Bezirksvertreter seit Wochen über die ganz großen Themen. Es geht um Schuld, Sühne, Geld und Glaubwürdigkeit. Es ist eine Geschichte, die exemplarisch ist, weil sie überall in Deutschland spielen könnte – in einer Eissporthalle in Chemnitz, im nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampf oder eben im Rathaus von Treptow.

Dort sitzt Barbara Chrapek. Die 67jährige ist Mitglied im »Bündn...

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