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26.05.2010 / Feuilleton / Seite 12

Schattiges Plätzchen

Unter der Haube die Zehnte von Mahler: Matthew Herbert hat Klassik neu komponiert

Anaïs Meyer
Eine Tür fällt ins Schloß, Krähen krähen, weit entfernt fährt ein Zug vorbei. Wind kommt auf, ein Streichholz wird angezündet, dann knistert ein Feuer. Aus dieser einminütigen, mit Banalitäten gefüllten Leere entsteht eine depressive Crescendo-Klangfläche. Ein Bratschensolo kommt hinzu, es wirkt schwermütig wie ein Pfarrer am Beginn eines Begräbnisses. So fängt sie an, die Rekomposition von Matthew Herbert. Der große Geräuschespezialist des Minimal Techno hat Gustav Mahlers unvollendete Zehnte Sinfonie bearbeitet. Grundlage waren die Aufnahmen des Londoner Philharmonia Orchestra von 1987 unter Leitung des Dirigenten Giuseppe Sinopoli. Einige Passagen hat Herbert auf einem Autoradio abgespielt und wieder aufgenommen. Es lag in einem Sarg auf dem Grinzinger Friedhof bei Wien.

Die neue Version schwankt zwischen Hoffnung und Depression, zwischen unerwartet leichten Flötensoli, von flüchtigen Pizzicati begleitet, und plötzlichen Ruhen, die lang hinfallen und ...

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