20.05.2010 / Thema / Seite 10

Ein Schritt vorwärts

Analyse. Der Monate währende Streik der Tekel-Arbeiter in der Türkei hat die Linke des Landes wiederbelebt: Die AKP-Regierung konnte bis heute einen Teil ihrer neoliberalen Pläne zur weiteren Verelendung der Arbeiterschaft nicht umsetzen

Onur Küçükarslan
Ein Großteil der 12000 Arbeiter der staatlichen Tabakbetriebe Tekel streikten in Ankara 78 Tage lang, vom 15. Dezember 2009 bis zum 2. März 2010. Sie kämpfen für eine zwölfmonatige Beschäftigungsgarantie, für den gesetzlichen Mindestlohn von 1 250 Lire im Monat (etwa 600 Euro) und für eine Weiterbeschäftigung in einem anderen öffentlichen Betrieb. Sie mobilisieren gegen den staatlichen Leiharbeiterstatus »4/C«, gegen die AKP-Regierung und deren neoliberale Politik wie gegen polizeiliche Übergriffe während des Streiks. Ihr Protest hat in kurzer Zeit die Sympathien der Völker der Türkei gewonnen und international große Beachtung im Kampf gegen den Neoliberalismus gefunden. Der Tekel-Widerstand gehört somit zu den einflußreichen Streiks der letzten Jahre in Europa. Schon deshalb verdient er, untersucht und diskutiert zu werden.

Einzug des Neoliberalismus

Tabak spielt in der Landwirtschaft und im Export der Türkei seit über 400 Jahren eine wichtige Rolle. Mit...

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