08.05.2010 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Du bleibst hier bei der Truppe!«

Gespräch mit Hanna Podymachina. Darüber, wie man als deutsche Jüdin Oberleutnant der Roten Armee wird. Und wie man vom Flugzeug aus ­faschistische Soldaten agitiert

Peter Wolter
Hanna Podymachina, 1924 in Berlin als Hanna Bernstein geboren, emigrierte 1934 mit ihren Eltern aus Hitlerdeutschland in die Sowjetunion und wurde 1942 als Leutnant der Roten Armee Mitarbeiterin der 7. Abteilung zur Arbeit unter den Truppen und der Bevölkerung des Gegners. Das Kriegsende erlebte sie im Range eines Oberleutnants in Wien. Nach der Befreiung Deutschlands vom Faschismus arbeitete sie unter Oberst Sergej Tjulpanow in der Informationsverwaltung der Sowjetischen Militäradministration in Berlin. Nach ihrer Heirat mit Hauptmann Semjon Podymachin 1946 wurde sie ein Jahr später demobilisiert, blieb aber bis 1949 Zivilangestellte der SMAD. In den 50er Jahren studierte sie am Moskauer Fremdspracheninstitut und war Dolmetscherin an der DDR-Botschaft in Moskau. Nach Übersiedlung der Familie nach Berlin im Jahr 1960 arbeitete sie in verschiedenen Institutionen der DDR und von 1964 bis 1991 im Kombinat Kraftwerksanlagenbau.

Am 8. Mai 1945 kapitulierte Hit...

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