27.04.2010 / Feuilleton / Seite 12

Totalitäres Callgirl

Ein Kunstfilmer in den Niederungen des Gewöhnlichen: »Chloe« von Atom Egoyan

Anja Trebbin
Wer den Regisseur Atom Egoyan kennt, dürfte sich über dessen neuesten Film »Chloe« sehr wundern. Egoyan hat »Ararat« oder »Das süße Jenseits« gedreht. Das ist anspruchsvolles, ja engagiertes Kino. Mit »Chloe« versackt er nun in einer kinematographischen Niederung, was erklärungsbedürftig ist. Anders als sonst hat Egoyan das Drehbuch nicht selbst geschrieben. Produzent Ivan Reitman ist an ihn herangetreten, mit einem Skript von Erin Cressida Wilson (»Secretary«). Reitman verantwortet als Produzent Filme wie »Ghostbusters« und »Stop! Oder meine Mama schießt«. Und auch als Regisseur hat er langweiligsten Mainstream fabriziert: »Die Super Ex« – das will man doch nicht gesehen haben!

»Chloe« ist nun ein weiterer überflüssiger Eintrag in Reitmans Filmographie. Warum aber hat Arthouse-Regisseur Egoyan sich überreden lassen? Geldnöte?

Auf »Chloe« hat die Welt auch deshalb nicht gewartet, weil der Plot schon einmal verfilmt wurde. Anne Fontaine brachte 200...



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