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22.04.2010 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Gescheiterte Therapie

Eine Podiumsdiskussion in Berlin gewährte Einblicke in die Welt deutscher Wirtschaftsjournalisten und offenbarte Unwissenheit und Distanzlosigkeit

Frank Brunner
Es sei wie ein Rausch gewesen, sagt Inge Kloepfer und wirkt dabei noch immer ein wenig fasziniert. »Macht, Beschleunigung, steigende Renditen; das Geld kam aus der Steckdose oder dem Computer, in diesen Sog sind auch die Medien geraten«, so die Wirtschaftsredakteurin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) am Dienstag abend in der Berliner Landesvertretung von Rheinland Pfalz. Dorthin hatten die zur IG Metall gehörende Otto Brenner Stiftung (OBS) und die Journalistenvereinigung »netzwerk recherche« geladen, um über »Risiken und Nebenwirkungen des Wirtschaftsjournalismus in Deutschland« zu diskutieren. Es wurde ein amüsanter Abend – eine Art Therapiesitzung mit Gästen, die irgendwo zwischen Satire und Selbstzweifel mäanderten.

Hintergrund der Veranstaltung war die aktuelle OBS-Studie »Wirtschafsjournalismus in der Krise – Zum massenmedialen Umgang mit der Finanzpolitik«. Auf 270 Seiten beleuchten die Autoren Wolfgang Storz, Exchefred...

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