13.04.2010 / Feuilleton / Seite 13

Die Karausche

Zum Tod der Schriftstellerin Gisela Karau

Frank Schumann
Mitte der 90er Jahre kam Gisela Karau zur edition ost und bot ein Manuskript an. Wir kannten uns aus jenen Tagen, als wir in einem Hause arbeiteten: sie bei der BZ am Abend, ich bei der Jungen Welt. Sie wirkte damals immer ein wenig krawallig und überdreht, ihre Berliner Herkunft kaschierte sie nicht, die gehörte zu ihrem auffälligen Wesen. Ihre Tochter, die in unserer Redaktion tätig war, schien aus gleichem Holze. So was schafft Vorurteile. Dennoch mochte ich »die Karausche«, wie sie sich selbst nannte: Sie hatte wunderbare Kinderbücher geschrieben, in der einfühlsam und ohne Pathos große Geschichte lebendig wurde. Etwa über polnische Kinder im KZ Buchenwald (»Der gute Stern des Janusz K.«) oder über Präsident Pieck (»Darf ich Wilhelm zu dir sagen?«). Deshalb sagte ich sofort zu, als sie mir den Text reichte. Die Frau verstand ihr Handwerk, zudem hatte sie sich 1990 nicht, wie so mancher, politisch ve...

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