10.04.2010 / Geschichte / Seite 15

Keine Parität

BRD 1950: Statt Vergesellschaftung wird bloß Mitbestimmung verhandelt

Herbert Wulff
Viel ist dieser Tage in linken und Gewerkschaftskreisen von der Forderung nach »Wirtschaftsdemokratie« die Rede. In einer Situation, in der ein paar Hedgefonds und Zocker ganze Volkswirtschaften an den Rand des Ruins treiben und Konzerne mit einem Federstrich Tausende Arbeitsplätze vernichten, wird das Fehlen demokratischer Einflußnahme auf das Wirtschaftsgeschehen schmerzlich bewußt. Die Weichen hierzu wurden in der BRD vor rund 60 Jahren mit der Niederlage der Gewerkschaften im Kampf um die Mitbestimmung gestellt.

Am 14. April 1950 beschloß der Bundesausschuß des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Grundsätze zum Mitbestimmungsrecht, die im Mai als Vorschläge zur »Neuordnung der deutschen Wirtschaft« veröffentlicht wurden. Bereits seit einigen Monaten verhandelte der DGB zu diesem Zeitpunkt im Rahmen der »Hattenheimer Gespräche« mit den Unternehmerverbänden über die Mitbestimmung. Knackpunkt war dabei, ob die Beschäftigtenvertreter ein Drittel oder die...

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