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30.03.2010 / Feuilleton / Seite 13

Die Hufe hoch

Artisten unterm Holunderstrauch: Kleists »Käthchen von Heilbronn« am Berliner Ensemble

Zeitgenossen Heinrich von Kleists titulierten sein »Käthchen von Heilbronn« als »genialisches Ärgernis«. Das Stück hatte dann durchaus Erfolg, allerdings in Versionen, gegen die sich der Autor nicht wehren konnte. Man straffte Anstößigkeiten, tilgte allzu prosaische Stellen, beseitigte Verse, in einigen Fällen sogar die gesamte Versstruktur. Auch am Berliner Ensemble wird nun dankenswerterweise eine Strichfassung geboten (Regie: Simone Blattner, Premiere war am 19. März). Die Verse wurden nicht angerührt. Das Premierenpublikum war begeistert. Warum?

Kleist, muß gesagt werden, war höchst unzufrieden mit dem Stück. Arm und verzeifelt hatte er das »große historische Ritterspiel«, wie der Untertitel lautet, auf den Erfolg hin geschrieben. Im antiromantischen 20. Jahrhundert, vermeldet die Kleist-Exegese, habe das Interesse an dem Drama rapide nachgelassen. Die Ritterhistorie habe nicht mehr gezogen. Heute ist das zarte, verträumte, von der Vorsehung ihrer Li...

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