19.03.2010 / Thema / Seite 10

90 Jahre und weiß von nix

Exbundespräsident Richard von Weizsäcker feiert am 15. April seinen 90. Erinnerungen an ein Offiziersleben im »Tausendjährigen Reich« und an einen Brief vom August 1991

Otto Köhler
Theodor Heuss hob die Hand für Hitlers Ermächtigung, Heinrich Lübke entwarf ihm KZ-Baracken, Walter Scheel war in der NSDAP, Karl Carstens auch und im SA-Sturm 5/75. Aber Richard von Weizsäcker, der denen als Bundespräsident nachfolgte, behauptete in seiner berühmten Rede vom 8. Mai 1985 zum Ärger aller Nazis und Nazifreunde, wir seien 1945 befreit worden. Wie steht’s um sein Gedächtnis?

Die Weizsäcker-Weihe-Spiele begannen pünktlich einen Monat vor seinem 90. Geburtstag: »Wie kaum ein anderer steht sein Name für den Inbegriff des glaubwürdigen Staatsmannes: Richard von Weizsäcker«, meldete die ARD letzten Sonntag zu mitternächtlicher Stunde. Und wenige Stunden später war der Spiegel da: »Der stille Revolutionär« titelt das Nachrichtenmagazin. Dazu die Aufmacherfotos. Links der Sohn: »Staatsbürger Richard von Weizsäcker: humanistisch gebildet, weltoffen, kompetent«. In der linken Mitte der Führer, bescheiden in hellbrauner Uniform. Und ganz rechts ...

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