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16.03.2010 / Feuilleton / Seite 13

Ohne Blut

Unlogisches kann wahr werden: »Verbrennungen« am Hamburger Ernst-Deutsch-Theater

Anja Röhl
Auf der schwarzen Bühne ist vorne auf einem Gestell eine Leinwand aufgespannt. Auf ihr ist undeutlich Asche in Schwarzweiß wahrnehmbar. Davor steht ein Mann, der sich unterhält – allerdings ist kein Gegenüber zu sehen. Zunächst erzählt er viel Unwichtiges, übers Wetter, über das Gebäude, in dem er sitzt. Dabei erfährt man den Ort, an dem er sich befindet: westliche Großstadt, Quebec, Kanada. Anscheinend geht es um den Tod einer Frau, anscheinend ist er der Notar, der an die Kinder ein Testament übergeben will. Dann Auftritt zweier junger Leute. Der Notar hat eine Kiste. Er breitet Briefe auf dem Tisch aus, sie werden auf der Leinwand sichtbar. Die Kinder, Zwillinge, sollen die Briefe an sich nehmen, sie nicht öffnen und einen an ihren Vater und einen an ihren Bruder im Libanon übergeben. Bis dahin soll die Mutter, die ohne Sarg, mit dem Gesicht zur Erde begraben werden wollte, keinen Stein auf ihrem Grab haben.

Die beiden Kinder (sehr gut gespielt ...

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