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15.03.2010 / Feuilleton / Seite 13

Wladimir und ich

Die neue Krachkultur mit Limonow

Ein Youtube-Video zeigt Radovan Karadzic und den russischen Schriftsteller Edward Limonow auf einem »Feldherrenhügel« bei Sarajevo. Limonows Soldatencappie ist viel zu klein. Mit seiner Sonnenbrille könnte er eine Travestieshow bestreiten. Statt dessen kniet er sich ungelenk hinter ein MG und beschießt die Stadt.

Berühmt geworden ist Limonow als Dissident mit unstillbarem Haß auf den Westen. Anfang der 90er kehrte er nach Rußland zurück und gründete eine Sekte für pubertäre Großmachtträume. Zusammen mit Garri Kasparow, der ja auch besser beim Schachsport geblieben wäre, schlendert Limonows Jungvolk bis heute manchmal als »das andere Rußland« durch Moskau, schwenkt Nazifahnen mit Hammer und Sichel statt Hakenkreuz, was aber nur die Westpresse interessiert. Im besten Fall ist Limonows politisches Engagement also gerade gut genug für schlechte Witze. Seine Literatur ist viel besser.

Von mehr als 40 Büchern sind bisher drei aus den 80ern auf Deutsch erschie...



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