05.03.2010 / Feminismus / Seite 15

»Sie üben Verrat an uns«

Frauenrechtlerinnen im Maghreb kritisieren unsolidarische Europäer. Gespräch mit Wassyla Tamzali

Christine Belakhdar
Wassyla Tamzali wurde 1941 in Algier geboren. Von 1979 bis 2002 war die Rechtsanwältin Leiterin des UNESCO-Programms zur Verbesserung der Lage der maghrebinischen Frau. Sie ist Mitgründerin des Collectif Maghreb et Egalité. Von 1996 bis 2003 war sie Frauenbeauftragte des Euromed Civil Forum und für den Dialog der Kulturen zuständig. Ende 2009 erschien ihr Buch »Une femme en colère. Lettre d’Alger aux Européens désabusés« (Die Wut einer Frau. Brief aus Algier an die desillusionierten Europäer)

Wassyla Tamzali, warum sind Sie wütend?

Ich bin wütend auf den Kulturalismus, der der Forderung nach gleichen Rechten für Frauen und Männer ihren Platz streitig gemacht hat. Die kulturelle Positionierung hat die Postulate des Feminismus in den Hintergrund gedrängt. Gleiches gilt für Demokratie und Menschenrechte, weil man offenbar glaubt, daß die arabischen Völker eine demokratie- oder feminismusuntaugliche Kultur haben.

In Ihrem Buch drücken Sie Ihre Unzufried...


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