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26.02.2010 / Feuilleton / Seite 12

»Es war ein gnadenloser Prozeß«

Über Selbstausbeutung am Schneidetisch, Zettelkästen und die Vorbereitung auf das Ende. Ein Gespräch mit Ror Wolf

Frank Schäfer
Ror Wolf versucht beharrlich, die eingespielten ästhetischen Konventionen zu durchbrechen. Seine Romane haben keinen nennenswerten Plot, seine Erzählungen brechen immer wieder nach einer vielversprechenden Exposition ab, seine »Enzyklopädie für unerschrockene Leser« verspricht zwar mit großen Worten Ratschlag und Unterweisung, aber sein Alter ego Raoul Tranchirer weiß neben akademischen Nullphrasen oder Allerweltsweisheiten nichts Substanzielles, dafür viel Grillenhaftes, Groteskes beizusteuern. Und die Gedichte sind immerhin gereimt und metrisch streng gebaut, aber sein Dichterkollege Robert Gernhardt bemerkte auch hier zu Recht die entgrenzende, beinahe anarchische Poetik. »Kein Zweifel, da hat nicht nur er (der Wolf), da hat auch es (das Sprachpotential) gedichtet.« Im Verlag Schöffling & Co. erscheint nun eine Gesamtausgabe dieses vielgestaltigen Werks.

Die Collage gehört zum bestimmenden Strukturprinzip Ihrer Kunst. Bei Ihren Hörspielen und Ihrem bil...

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