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26.02.2010 / Feuilleton / Seite 13

Ins Graue, Kalkige

Edward Bonds »Gerettet« an der Berliner Schaubühne

Stefan Amzoll
Vor die halbrunde Rückwand wird zu Beginn ein Vorhang gespannt. Er ist mit Naturbildern bemalt, die entfernt an William Turner erinnern (Bühne: Magda Willi). Farblich verunklarte Natur umzingelt die Darsteller. Die ziehen Interieurs – Sofa, Stühle, Fernseher – auf und über die Bühne, schieben sie wieder zurück. Im Zentrum steht ein Liebespaar, das diesen Namen nicht verdient. Der gütige Trottel Len (Stefan Stern) liebt die selbstsüchtige Pam (Marie Rosa Tietjen), die ihn lediglich ausnutzt. Am Anfang haben die beiden ihre glückliche Szene. Sie begehren einander. Vielleicht die einzige erhabene Stelle im Stück.

Edward Bond veröffentlichte »Gerettet« 1965. Es handelt sich um eine brutale Milieustudie mit ausschließlich negativem Personal. Langeweile wird vorgeführt, Spießigkeit in jeder Nische, Gossenjargon, Kommunikationsunfähigkeit – Menschen, voran Jugendliche, ohne jegliche Empathie. Es gibt den Schlägertypen, die Gang, Gewalt bis zum...

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