20.02.2010 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Das schlimmste war, daß man nicht arbeiten durfte«

Gespräch mit Hans-Joachim Bamler. Über seine Tätigkeit als DDR-Aufklärer in Paris, seine Herkunft und die Haft im französischen Zuchthaus

Michael Polster
Hans-Joachim Bamler (geb. 1925) war seit 1963 Mitarbeiter der Hauptverwaltung Aufklärung des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit. 1964 übersiedelte er gemeinsam mit seiner Frau Marianne nach Frankreich und wurde Resident für die NATO. Nach ihrer Verhaftung 1966 wurden sie zu 18 Jahren bzw. 12 Jahren Zuchthaus verurteilt und 1973 bzw. 1974 gegen Agenten westlicher Dienste ausgetauscht.

Wie kam es 1964 zu Ihrem Einsatz in Paris und worum ging es dort?

Ich war der erste Resident der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) des DDR-Ministeriums für Staatsicherheit (MfS) in Frankreich. Mein Deckname war Eric. Unser Auftrag lautete, ins NATO-Hauptquartier – das sich damals noch an der Seine, in Fontainebleau und im Palais Chaillot, befand – einzudringen. Der Korea-Krieg 1950 bis 1953, die Verschärfung der Systemauseinandersetzung in Deutschland, die erste französischen Atomdetonation 1960, die Forderung von US-Präsident John F. Kennedy vor dem NATO-Militä...

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