Der Schwarze Kanal
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02.02.2010 / Feuilleton / Seite 12

Auf dem Viehmarkt

Cem Yildiz über seine Erfahrungen als Stricher in der BRD: »Fucking Germany«

Markus Bernhardt
Das Wissen über Callboys und Stricher tendiert in der oftmals tristen Welt der Heterosexuellen gegen Null. Auch Bücher wie »Fucking Germany – Das letzte Tabu oder mein Leben als Escort« von Cem Yildiz dürften das Interesse des deutschen Durchschnittsbürgers an den Erfahrungen schwuler Prostituierter nicht sonderlich steigern, erinnert so ein Buchtitel doch eher an einen der weitverbreiteten Selbsthilfe- und Bekenntnisromane statt an philosophische Überlegungen, wie sie der späte Michel Foucault in »Die Sorge um sich« unternommen hat.

Dabei ist das Leben schwuler Callboys keineswegs von Langeweile geprägt. Der Autor, Cem Yildiz, ist ein Insider der Berliner Szene. Es ist eine Geschichte, die sich irgendwo zwischen Pornokinos, öffentlichen Toiletten, Sex- und Drogenexzessen abspielt und dabei auch die vorherrschende Doppelmoral eindrucksvoll entlarvt. Zu Cems Kunden gehören nicht etwa nur schwule Männer, sondern oft auch der nette Familienvater von n...

Artikel-Länge: 4230 Zeichen

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