Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
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23.01.2010 / Ausland / Seite 6

Der Fluch Haitis

Leid und Elend der Bewohner des Karibikstaates sind menschengemacht

Mumia Abu-Jamal
Der Karibikstaat Haiti wurde jetzt ein weiteres Mal durch eine Naturkatastrophe ins Bewußtsein der Weltöffentlichkeit gerückt. Das fürchterliche Leiden der Haitianer nach den starken Erdbebenstößen weckte weltweites Mitleid und brachte Regierungen aus nah und fern dazu, sich jenen zur Seite zu stellen, die sich selbst nicht helfen können.

Haiti ist das westliche Drittel der von Christoph Kolumbus 1492 für Spanien in Besitz genommenen Insel Hispaniola, deren indigene Urbevölkerung, die Taínos, durch die Kolonialisten fast vollständig ausgerottet wurde. Nach und nach wurden verschleppte afrikanische Sklaven angesiedelt, die fortan auf den Zuckerplantagen der neuen Herren arbeiten mußten. 1697 trat die spanische Krone das Gebiet des heutigen Haiti an Frankreich ab, das fortan zur reichsten Kolonie des französischen Kolonialreichs wurde.

Seit zwei Jahrhunderten muß Haitis Bevölkerung leiden, weil Sklaven einst einen Aufstand gewagt hatten, den Befreiungskri...



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