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10.11.1999 / Feuilleton

Der Patriarch

Boris Grebenschikow und Aquarium beehren Deutschland

Heinrich Hecht

»Kommen wir jetzt zu einer ernsthaften Frage. Alexander Puschkin, der dieses Jahr Jubiläum hat, verkörpert einen der wichtigsten Volkscharaktere und stellte diese oft dar. Sehen Sie sich auch als einen solchen Volkscharakter?«

»Müssen wir hier unbedingt Puschkin haben?« Boris Grebenschikow muß Fragen und Vergleiche austragen, er ist Star. In Rußland sprüht man nicht seinen Namen auf Häuserwände, sondern seine Texte. Im Westen bekam er dämliche Etiketten als russischer Bob Dylan, singender Clint Eastwood, erster russischer Rocker in Amerika verpaßt. Die russische Diaspora holt ihren Patriarchen auf eigene Kosten nach Deutschland, deutsche Veranstalter schreckte Unkenntnis ab, in Münster zahlten eintausend Leute. Emigrantentreue und millionenfacher Erfolg in Rußland resultieren nicht aus Mechanismen des Popmarktes. Grebenschikow ist Dichter. In der Sowjetunion kursierten schwarz kopierte Kassetten in unbekannter Anzahl, auf den Ausschluß aus dem Staatsbusine...

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