22.12.2009 / Feuilleton / Seite 13

Tiefkühlmais ist real

Katastrophen und Kinderspiele: »Wo die wilden Kerle wohnen«

Peer Schmitt
Die ersten fünfzehn Minuten von »Where the Wild Things Are« sind mit Handkamera gefilmt, im Rhythmus von Wutausbrüchen und Verstörungen geschnitten. Das sind einige der besten Kinobilder von Kindheit/ früher Adoleszenz der letzten Jahre, vielleicht seit Gus Van Sants großartigem »Paranoid Park« (2007).

Ein Kino der Affekte, wenn man sieht, wie der Hauptprotagonist Max, das Zimmer seiner Schwester (Pepita Emmerichs) verwüstet, um sich an ihr zu rächen und seiner Mutter (die großartige Catherine Keener) Vampirgeschichten erzählt und sie später, nachdem er sich ein Wolfskostüm übergezogen hat, terrorisiert, nur weil sie mit ihrem Freund in Frieden ein Glas Rotwein genießen will.

Diese erste Viertelstunde ist die realistische Rahmenerzählung für die eigentliche Filmhandlung in der Phantasiewelt des Jungen. Der Realismus ist besser als die Phantasie. Der Status einer Realität ist natürlich Ansichtssache. Eine Tüte Tiefkühlmais in der Hand fragt Max seine Mut...



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