26.10.2009 / Schwerpunkt / Seite 3

Keine Zeit für Karadzic

Ehemaliger Spitzenpolitiker der bosnischen Serben beklagt mangelnde Vorbereitung. Prozeß vor dem Jugoslawien-Tribunal beginnt am heutigen Montag

Cathrin Schütz
Am heutigen Montag morgen soll vor dem Jugoslawien-Tribunal (ICTY) in Den Haag der Prozeß gegen den ehemaligen Präsidenten der serbischen Republik in Bosnien, Radovan Karadzic, beginnen. Für Schlagzeilen sorgte zuletzt eine Meldung vom vergangenen Donnerstag, wonach Karadzic verlauten ließ, dem heutigen Prozeßauftakt aus Mangel an Vorbereitungszeit demonstrativ fern zu bleiben. Die Nachrichtenagentur AFP meinte dazu, der angekündigte Boykott überrasche nicht. Sie zitiert Christoph Flügge, deutscher Richter am ICTY. Dieser unterstellte, Karadzic wolle »das Heft des Handelns in die Hand nehmen und aus dem Prozeß ein Schauspiel machen«.

Eine Million Seiten

Verschwiegen wird dabei der eigentliche Skandal. Karadzic hatte in den vergangenen Monaten mehrfach einer Verlängerung der Vorbereitungszeit zu seiner Verteidigung beantragt. Das geschah, nachdem die ursprünglich bereits im Juli 1995 erhobene Anklage – das Haager Tribunal wurde 1992 gegründet –...

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