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02.10.2009 / Feminismus / Seite 15

Willkürakte in Istanbul

In der Türkei hat es in den letzten zwei Jahren 15 registrierte Morde an Transfrauen und Transvestiten gegeben. Einer wird derzeit vor Gericht verhandelt

Maria Binder
Am Donnerstag wurde vor dem Istanbuler Strafgericht Temelidir der Prozeß im Mordfall der transsexuellen Ebru Soyakan fortgesetzt. Es ging um die Frage, ob es Mord oder Totschlag war. Entschieden wurde sie noch nicht, doch der Angeklagte Birol C. erklärte, er habe sich durch sein Opfer in seiner Ehre verletzt gesehen. Mit dieser Begründung haben Täter in der Türkei gute Chancen auf ein mildes Urteil, denn in diesem Fall wird die Tat in der Regel lediglich als Totschlag gewertet. Im Zusammenhang mit sogenannten Ehrenmorden ist diese Regelung in der türkischen Strafprozeßordnung von internationalen Menschenrechtsorganisationen wiederholt verurteilt worden.

Schon mehrere Wochen vor ihrer Ermordung war die 28jährige Ebru Soyakan von Birol C. mit dem Tode bedroht worden, da sie eine Beziehung zu ihm abgebrochen hatte. Sie wandte sich hilfesuchend an die Polizei – ohne Erfolg. Als sie am 10. März 2009 in Erwartung einer Möbellieferung die Haustür öffnete,...

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