15.09.2009 / Thema / Seite 10

Die Junkie-Ökonomie

Analyse. Ohne die Droge »Geld« kommt dieses Wirtschaftssystem nicht zurecht. Die Politik gibt ihm, was es braucht – bis zum »Goldenen Schuß«

Alexander Troll
Wenn sich die Kommentatoren der gegenwärtigen Krise in einer Sache einig sind, dann in dem Lob der Notenbanken, weil diese im Gegensatz zu den 30er Jahren die Wirtschaft nun in beispielloser Größenordnung mit Geld vollpumpen und damit den akuten Herzstillstand im Kreditkreislauf verhindern konnten. Die Statements zur aktuellen Nominierung des US-Zentralbankchefs Ben Bernanke für eine zweite vierjährige Amtszeit haben diese Einigkeit erneut unter Beweis gestellt.

Aber die wundersame Strategie, Exzesse auf den Finanzmärkten mit noch mehr Geld zu »bekämpfen«, ist nicht neu. Sie wurde genauso in den 90er Jahren während der Wirtschaftskrise in Asien oder nach der Jahrtausendwende nach dem Platzen der Internetblase angewandt, allerdings waren die nötigen Dosen für die lebenserhaltenden Maßnahmen zu dieser Zeit noch geringer und einige Tabus, wie der Ankauf von Staatsanleihen mit »frisch gedrucktem« Notenbankgeld, mußten noch nicht gebrochen werden. Jedes Mal e...

Artikel-Länge: 21256 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe