08.09.2009 / Ausland / Seite 6

Spurlos verschwunden

Angst und Unruhe unter Vertriebenen der tamilischen Minderheit

Hilmar König, Neu-Delhi
Man könnte es als Ironie des Schicksal bezeichnen, daß gerade an dem Tag, da Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapakse von der Colombo University die Ehrendoktorwürde verliehen wurde, neue schockierende Informationen über eklatante Menschenrechtsverletzungen bekannt wurden. Während der Präsident in seiner Dankesrede betonte, das Land brauche Bürger mit »hohem ethischen Standard«, teilte sein Regierungsagent des Distrikts Vavuniya mit, 10 000 Inlandsvertriebene wären in den letzten drei Monaten nach Kriegsende spurlos aus den Flüchtlingslagern verschwunden. In diesem Distrikt befindet sich auch das größte Notcamp Menik-Farm. Insgesamt hausen seit dem militärischen Sieg über die LTTE (Befreiungstiger von Tamil Eelam) im Mai in den als »Wohlfahrtsdörfern« deklarierten, streng bewachten Lagern über 250 000 Angehörige der tamilischen Minderheit. Das mysteriöse Verschwinden ihrer Landsleute sorgt unter den Tamilen für Angst und Unruhe – aus gutem Grund, denn...

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