05.09.2009 / Titel / Seite 1

Massaker bei Kundus

Rüdiger Göbel
Bei einem NATO-Angriff im Norden Afghanistans sind am Freitag bis zu 90 Menschen getötet worden. Dutzende weitere wurden verletzt, viele von ihnen schwer. Verantwortlich für das Blutbad bei Kundus ist die Bundeswehr, die zwei entführte Tanklastfahrzeuge von US-Kampfflugzeugen bombardieren ließ. Unklar ist, ob neben Zivilisten auch Taliban-Kämpfer unter den Opfern sind. Die Nachrichtenlage blieb bis jW-Redaktionsschluß widersprüchlich. Hauptverantwortlich dafür ist die Desinformationspolitik der Bundeswehr. So bestritten die deutschen Besatzer über Stunden hartnäckig, daß sich unter den Opfern überhaupt afghanische Zivilisten befanden. »Nach bisherigen Erkenntnissen sind Unbeteiligte nicht zu Schaden gekommen«, sagte ein Sprecher von Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) am Freitag mittag, als am Hindukusch bereits Massengräber zur Beisetzung der Toten ausgehoben worden waren.

Als unstrittig gilt: Taliban-Kämpfer haben in der Nacht zum Freita...

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