14.08.2009 / Feuilleton / Seite 12

Würgehölzer und dergleichen

Was sind und wozu braucht die Welt Shaolin-Kampfmönche? Das ZDF ist die Antwort schuldig geblieben

Colin Goldner
Markus Lanz präsentierte am Mittwoch in der nach ihm benannten ZDF-Talkshow einen 20jährigen Mann aus Solingen, dessen »Lebenstraum« es ist, »Shaolin-Kampfmönch« zu werden. Dafür trainiert er seit drei Jahren täglich bis zu acht Stunden in einem »buddhistischen Shaolin-Kloster« in Kaiserslautern. Zuvor hatte er mehrere Jahre lang Judo, Karate und Thai-Boxen geübt.

Wer kennt sie nicht, die Kung-Fu-Streifen der 70er Jahre, mit denen die Privaten heute noch ihre Sendezeit totschlagen? Billige Kostümfilmchen, deren Handlung darin besteht, daß die Protagonisten ohne Punkt und Unterlaß aufeinander einkloppen. Die Bösen tun dies aus widerwärtiger Gier nach Geld oder Macht, die Guten zur Wiederherstellung von Recht, Sitte und Ordnung. Letztere sind meist kahlrasiert und springen in ockerfarbenen Kutten über die Leinwand: Mönche des berühmten Shaolin-Klosters. Die Titel der Filme sind Programm: »Die Blutrache der Shaolin« oder »Die Todeskralle der Shaolin«.

Der ...



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