08.08.2009 / Ausland / Seite 8

»Wir können auch zu extremen Mitteln greifen!«

Nach 15 Monaten Besetzung wurde die italienische Maschinenfabrik INNSE in Mailand von der Polizei geräumt. Ein Gespräch mit Sergio Guida

Manuela Cartosio (Mailand)
Sergio Guida (33) ist einer der 49 INNSE-Arbeiter in Mailand, die ihre von Schließung bedrohte Maschinenfabrik 15 Monate lang besetzt hatten. Der Betrieb wurde am vergangenen Sonntag von der Polizei geräumt.

Sie haben einen ungewöhnlich langen und zähen Arbeitskampf geführt, der europaweit bekannt geworden ist. Wie kam es dazu?

Ich habe in der Firma INNSE fast 14 Jahre verbracht, es war mein erster und bisher einziger Arbeitsplatz. Die letzten Neueinstellungen gab es 1995, allerdings nur auf Druck der Arbeiter. Diesen Arbeitskampf führe ich daher auch aus Respekt vor den Kollegen, die das damals durchgesetzt haben.

Außerdem sträube ich mich dagegen, daß unser Know-how verloren-geht – bei uns wurde immer erstklassig gearbeitet, buchstäblich nach allen Regeln der Kunst. Teile, die wir hergestellt haben, wurden in einer Zugbrücke in Dänemark, in der Trägerrakete Ariane und im Beschleuniger des Kernforschungszentrums CERN verwendet. Heute muß ich sagen...


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