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27.09.1999 / Inland / Seite 0

Arbeit für den Feind

Ehemalige Zwangsarbeiter auf Spurensuche in Oranienburg

Angela Martin

Daß er die beiden Männer mit den Hakenkreuzbinden nicht gegrüßt hatte, sollte Florian Moderski schwer büßen. Der junge Pole aus Poznan wurde verhaftet, blutig geschlagen und so getreten und geprügelt, daß er für zwei Stunden das Bewußtsein verlor. Doch das war noch nicht alles: Kurz darauf entließ man den Drogerieangestellten, um ihn wenig später für einen Arbeitseinsatz in Deutschland einzuziehen. Zwei Wochen sollte die Zwangsarbeit in Deutschland dauern - tatsächlich sind 37 Monate daraus geworden. Moderski wurde in der Rüstungsindustrie eingesetzt, bei den Heinkel-Flugzeugwerken in Oranienburg bei Berlin.

Die Heinkel-Werke Oranienburg (HWO) wurden im Mai 1937 eingeweiht - nur ein Jahr, nachdem Ernst Heinkel im Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums den entsprechenden Bauantrag eingereicht hatte. Von Anfang an hatten die Manager der HWO Probleme, ihren Bedarf vor allem an Facharbeitern aus metallverarbeitenden Berufen zu decken. Mit Kriegsbeginn nahm de...

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