11.07.2009 / Feuilleton / Seite 12

Lenin lächelt

Zur Neuauflage von Chaim Nolls »Der goldene Löffel« im 20. Jahr des Mauerfalls

Thomas Dierkes
»Jehörst ja von Jeburt an zur Familie«, sagt der Professor »Jenosse Knoch« zu seinem Studenten Adam. Adam ist der Sohn eines Funktionärs der SED. Deswegen kommt er um den Dienst bei der NVA herum und kann nach dem Abitur direkt ein Studium der Bildenden Künste in Berlin aufnehmen. In dessen Verlauf erlaubt er sich die eine oder andere Aufmüpfigkeit und kommt damit solange davon, bis er es selber nicht mehr will. Das ist der goldene Löffel, der titelgebend ist für Chaim Nolls Roman.

In diesem Roman ist sicherlich ein gutes Stück seiner eigenen Jugend eingeschrieben. Chaim Noll wurde 1954 als Hans Noll in Ostberlin geboren. Sein Vater ist der Schriftsteller und DDR-Repräsentant Dieter Noll (»Die Abenteuer des Werner Holt«), der 2008 verstorben ist. Chaim Noll studierte an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee und war Meisterschüler der Akademie der Künste, bevor er den Wehrdienst verweigerte und 1984 in den Westen ging.

Chaim Noll veröffentlichte »Der g...



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