06.06.2009 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Die Fakten sprechen für uns«

Gespräch mit Generalleutnant a.D. Wolfgang Schwanitz. Über die Bedeutung von Karl-Heinz Kurras für die DDR, die Arbeit des MfS und mediale Blendgranaten in der Krise

Robert Allertz
Generalleutnant a. D. Wolfgang Schwanitz (79) war von 1986 bis 1989 einer der Stellvertreter des Ministers für Staatssicherheit, im Herbst 1989 stand er für drei Wochen an der Spitze dieser staatlichen Institution. Hinsichtlich seiner Dienststellung ist somit Dr. Schwanitz heute der ranghöchste lebende Offizier des Abwehr- und Aufklärungsorgans der DDR. Die aktuelle »Stasi«-Hysterie, die sich am Fall Kurras entzündete, lieferte den Grund für dieses Gespräch.

Wo waren Sie, als Karl-Heinz Kurras schoß?

Das weiß ich nicht mehr. Ich kann allenfalls die Frage beantworten, was ich war. Damals war ich Stellvertreter Operativ des Leiters der Bezirksverwaltung Berlin.

Also de facto waren Sie auch Chef des IM »Otto Bohl«.

Ich war zuständig für die Sicherheit in der Volkswirtschaft und im Verkehrswesen sowie der staatlichen und kulturellen Einrichtungen in der Hauptstadt. Mir unterstanden weder die Spionageabwehr noch die Aufklärung sowie die Abteilung, die für die ...

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