03.06.2009 / Schwerpunkt / Seite 3

Stasi-Akte könnte helfen

Frustrierter Einzeltäter oder rechtes Terrornetzwerk? Opfer-Anwalt fordert neue Ermittlungen zu Oktoberfest-Anschlag 1980. MfS-Unterlagen sollen ausgewertet werden

Claudia Wangerin
Die Bombe, die am Abend des 26. September 1980 am Haupteingang des Oktoberfestgeländes in München explodierte, riß 13 Menschen in den Tod. Arme und Beine lagen herum, Blutlachen bedeckten den Boden. 218 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen schwer. Für die Spurensicherung am Tatort war seinerzeit nicht viel Zeit. Das Geschäft auf der Festwiese in der bayerischen Landeshauptstadt sollte weitergehen. Keine zwölf Stunden nach der Explosion waren sogar die Löcher frisch geteert, die die Bombe in den Boden gerissen hatte. Aufgeklärt war nichts.

Der damalige bayerische Ministerpräsident und Kanzlerkandidat Franz Josef Strauß gab sofort die Parole aus, die Linken seien es gewesen. Der CSU-Politiker hatte keinerlei Hemmungen, das Attentat für Wahlkampfzwecke zu nutzen und attackierte in diesem Zusammenhang auch Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP), dem er vorwarf, mit seiner liberalen Haltung dem linken Terror Vorschub geleistet zu haben. Obwohl der Anschl...

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