27.05.2009 / Schwerpunkt / Seite 3

»Eine gespaltene, autoritäre Persönlichkeit«

Kurras war ein unpolitischer Waffennarr und ein reaktionärer Bulle, trotz Kontakten zur DDR. Gespräch mit Till Meyer

Peter Wolter
Till Meyer war Mitglied der Stadtguerilla »Bewegung 2. Juni«, die u.a. durch die Enführung des Westberliner CDU-Politikers Peter Lorenz von sich reden machte

Sie gehörten der Stadtguerilla »Bewegung 2. Juni« an, die sich nach dem Datum benannt hatte, an dem der Westberliner Polizist Karl-Heinz Kurras den Demonstranten Benno Ohnesorg erschoß. Hat Sie die Nachricht schockiert, daß Kurras auch Agent des DDR-Geheimdienstes war?

Schockiert nicht, aber durchaus überrascht. Für alle Geschichtsrevisionisten, die die Vergangenheit uminterpretieren wollen, ist das natürlich eine Steilvorlage, ein Fressen für die Geier. Diese Leute hatten ja schon immer behauptet, die damalige Studentenbewegung und die Außerparlamentarische Opposition (APO) seien irregeleitet gewesen, Radikale seien ohnehin irgendwie verrückt.

Aber nachträglich betrachtet sieht es so aus, als habe der DDR-Geheimdienst mit gezinkten Karten gespielt. Fühlen Sie sich nachträglich an der Nase herumgefüh...


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