25.05.2009 / Inland / Seite 2

»Präzedenzfall könnte fatale Wirkung haben«

Auf Kongreß an der Uni Marburg durften evangelikale Fundamentalisten homophobe Thesen verbreiten. Gespräch mit Hartmut Rus

Gitta Düperthal

Der »6. Kongress für Psychotherapie und Seelsorge« tagte von Mittwoch bis Sonntag in Räumen der Universität und Stadt Marburg. Mit der Forderung »Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus« haben Lesben und Schwule am Donnerstag dagegen demonstriert. Was kritisieren Sie konkret?

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) richtet seine Kritik gegen spezielle Referenten des Kongresses, zum Beispiel gegen Markus Hoffmann vom evangelikalen Verein »Wüstenstrom«. Der christliche Seelsorgeverein glaubt, Homosexualität heilen zu können und berät Menschen, die in seine Beratung kommen, dementsprechend. Ähnliche Thesen vertritt Christl Ruth Vonholdt vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft. Auch der Psychotherapeut Michael Gerlach bietet »reparative« Therapien für Homosexuelle an. Beispielsweise preist er in einem Artikel: »Wenn Homosexuelle unglücklich sind« eine Therapie an, die »von drei bis zu sechs Jahren« dauern könne. Vorwürfe H...

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