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25.05.2009 / Feuilleton / Seite 13

Engel mit Zähnen

Bis zur Klamottenhaftigkeit: Rossinis Aschenputtel an der Deutschen Oper Berlin

Peer Schmitt
Rossinis »La Cenerentola ossia la bonta in trionfo« (Das Aschenputtel oder der Triumph der Tugend) war die letzte Premiere in der laufenden Spielzeit an der Deutschen Oper Berlin; eine Übernahme der Inszenierung von Sir Peter Hall für das Glyndebourner Opernfestival von 2005, die wohl mehr oder weniger als unschuldiges Kostümfest kurz vor der Sommerpause gedacht war.

Wie unschuldig darf das Aschenputtel aber eigentlich sein?

Das Ende der Grimmschen Version des Märchens ist bekanntlich ausgesprochen grausam. Physisch grausam: Zehen werden abgehackt, Augen ausgepickt. Gier, Eifersucht, Rache, Verstümmelungen. Rossinis Oper basiert auf der älteren (1697) und dennoch wesentlich zivilisierteren französischen Fassung des Märchens von Charles Perrault, in der die bösen Stiefschwestern nicht verstümmelt werden. Ihre Bosheit wird ihnen schlicht verziehen. Sie werden sogar mit Ersatzmännern für den entgangenen Prinzen versorgt.

Jacopo Ferrettis Libretto für Ross...





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