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18.05.2009 / Politisches Buch / Seite 15

Verzweiflungsaufstand

Robert Castel analysiert erhellend die Jugendrevolten in Frankreich

Stefan Amzoll
Die Unruhen in den Pariser Banlieues 2005 waren kein Gewitter, das plötzlich über die französische Gesellschaft hereinbrach. Sie waren vielmehr Symptom einer allgemeinen Situation nicht nur in Frankreich. Die Aktionen der Jugendlichen riefen die Medien auf den Plan, deren Kampagnen vornehmlich den Missetaten der jugendlichen Aufrührer galten. Schon vor dem November 2005 diagnostizierten selbsternannte Experten die Revolten als eine von religiösem Fanatismus geleitete »Vorstadtintifada«. Andere verbreiteten Häme über das »Versagen« der französischen Politik. Die Neigung herrschte vor, »soziale Probleme auf dem Wege negativer Diskriminierung als ethnische Probleme zu behandeln, wenn sie von ethnischen Minderheiten aufgeworfen werden« – wie der französische Soziologe Robert Castel in seinem Buch »Negative Diskriminierung – Jugendrevolten in den Pariser Banlieues« schreibt. Allzu selten hätten Autoren versucht, die Situation in größere Zusammenhän...

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