02.05.2009 / Inland / Seite 8

»Erst durch das Leugnen entsteht ein Imageproblem«

»Zug der Erinnerung« dokumentiert Deportation jüdischer Kinder. Der Deutschen Bahn AG ist dies offenbar peinlich. Gespräch mit Ute Schilde

Gitta Düperthal
Ute Schilde ist Vorstandsmitglied des Trägervereins Zug der Erinnerung

Der »Zug der Erinnerung«, seit 2007 als rollende Ausstellung in Deutschland und Polen unterwegs, stellt Zeugnisse der Deportationen jüdischer Kinder und Jugendlicher durch die Nazis unter Mithilfe der Deutschen Reichsbahn aus. Die Deutsche Bahn AG behindert dies seit längerem. Wie ist dieser Boykott in den vergangenen Tagen in München eskaliert?

Kurz nachdem der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) die Ausstellung eröffnet hatte, hat das Bahnhofsmanagement unsere Werbeträger, auf denen Fotos der Opfer abgebildet sind, einsammeln lassen. Vor den Ausstellungswagen marschierten bewaffnete Sicherheitskräfte auf. Ein paar ausgelaufene Tropfen Öl nahmen sie zum Anlaß, in das Getriebe der Dampflok korngroße Bindemittel zu schütten –unser Lokführer mußte anschließend stundenlang putzen. Plakate wurden abgenommen, auf denen wir die immensen Kosten dokumentieren, die die Bahn v...

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