27.04.2009 / Schwerpunkt / Seite 3

»Ich will verändern«

Über die Möglichkeiten der Kunst, Rassismus in Israel und die Gefahr, wegen einer Protestaktion zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt zu werden. Ein Gespräch mit Samieh Jabbarin

Karin Leukefeld
Der palästinensische Theater- und Filmregisseur Samieh Jabbarin (41) stammt aus Um Al-Fahm in den 1948 von Israel eroberten und annektierten Gebieten. Nach Studium und dreijähriger Theaterarbeit in Stuttgart kehrte er im Sommer 2006 zurück und lebt heute in Jaffa. Am 10. Februar 2009 wurde Samieh Jabbarin bei einer Demonstration in Um Al-Fahm festgenommen. Im Schnellverfahren wurde ihm die Anklage präsentiert. Nach drei Wochen Gefängnis wurde er in den Hausarrest im Haus seiner Eltern überstellt, überwacht durch eine elektronische Fußfessel. Am heutigen Montag wird gegen ihn verhandelt

Dieses Telefoninterview sollte eigentlich über Ihren Festnetzanschluß geführt werden, warum müssen wir über Ihr Handy sprechen?

Eine Voraussetzung dafür, daß ich hier bin und nicht im Gefängnis, ist, daß meine Eltern eine saubere Telefonleitung haben mußten. Zum Beispiel darf es keinen Internetanschluß auf der Leitung geben. Ein Gerät am Telefon mißt ununterbrochen die Entf...

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