Der Schwarze Kanal
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25.04.2009 / Inland / Seite 8

»Die Kirche zahlt keinen Unterhalt für Priesterkinder«

Vätern wird Kontakt untersagt, Verwandtschaft wird ausgeblendet. Abgeordnete unterstützen Protestaktion. Ein Gespräch mit David Weber

Gerrit Hoekman
David Weber ist Sohn eines Jesuiten-Priesters und hat die Aktion »Menschenrechte für Priesterkinder« ins Leben gerufen

In Deutschland gibt es mehr als 3000 Menschen, deren Väter zum Zeitpunkt der Geburt katholische Priester waren oder es bis heute sind. Sie sind einer von Ihnen. Was widerfährt Priesterkindern?

Bei einem normalen Gemeindepriester ist es so, daß der Mutter verboten wird zu verraten, wer der Vater ist. Auch die Kinder dürfen nichts sagen, oft wissen sie es auch gar nicht. Mein Vater war aber Provinzial, also ein leitender Mitarbeiter im Jesuitenorden, den manche als die Marines des Vatikans bezeichnen. Männer auf dieser Ebene werden unter Druck gesetzt, den Orden nicht zu verlassen. Mein Vater ist kurz nach meiner Geburt zwangsverheiratet worden – mit einer dem Orden genehmen katholischen Witwe mit vier Kindern. Sie hat aufgepaßt, daß er mit seiner Familie keinen Kontakt hat. Und der Orden achtet darauf, daß die Frau keine Kinder mehr ...

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