21.04.2009 / Inland / Seite 5

Besuch beim Schnüffler

Oldenburg: Protest gegen Hausbesuche bei Hartz-IV-Beziehern. Erwerbslose klingeln bei ­ehemaligem Außendienstmitarbeiter der ARGE

Gerrit Hoekman
Am Sonntag abend, zur besten Tatort-Krimizeit, haben sich in Oldenburg rund 50 Erwerbslose zu einem Date getroffen. Sie machten einen überraschenden Hausbesuch bei einem Außendienstmitarbeiter der ARGE, der Arbeitsgemeinschaft aus Sozialamt und Agentur für Arbeit, die in den Städten die Leistungen nach Hartz IV verwaltet. Der inzwischen in den Ruhestand gegangene Mann hatte bis vor kurzem als Schnüffler für die ARGE gearbeitet. »Als Auftakt zu seiner Rente wollten die Erwerbslosen einmal sein Haus, seine Kleiderschränke und die Wohnungseinrichtung begutachten«, heißt es in einer Pressemitteilung der Aktivisten-Gruppe. Der Außendienstler habe jahrelang unangemeldet vor der Tür von Hartz-IV-Empfängern gestanden und mit dem Hinweis auf sonst drohende Leistungskürzungen Einlaß gefordert. »Was er wohl heute vom Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung und von der Würde eines Menschen hält?«, fragen die Erwerbslosen in ihrer Erklärung.

Die meisten Städte s...

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