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31.03.2009 / Feuilleton / Seite 12

Leise Demeliorisierung

Wirtschaft als das Leben selbst

Helmut Höge
Von Melioration (von »melior«, lat. für besser/-machen) spricht man, wenn Sümpfe trockengelegt, Flüsse begradigt oder Äcker drainiert werden. Wie diese Arbeiten seit dem 18. Jahrhundert die deutschen Landschaften verändert haben, beschreibt der Leiter des Zentrums für europäische Studien in Harvard, David Blackbourn, in seinem Bestseller »Die Eroberung der Natur«. U.a. beruft sich der »Umwelthistoriker« dabei auf eine gründliche Forschungsarbeit der Berliner Historikerin Rita Gudermann: »Morastwelt und Paradies«. Eine Studie zu Ostmünster- und Havelland von 1830 bis 1880. Ihr ist zu entnehmen, daß der Meliorationsprozeß nicht linear »vom Schlechteren zum Besseren verlief, sondern ganz im Gegenteil von harten Auseinandersetzungen geprägt war«. Die Trockenlegungen schufen neues (privates) Ackerland. Vertrieben wurden Pflanzen- und Tierarten (Wölfe und Biber z.B.), aber auch die Landarmen, die auf dieses »unwirtschaftliche« Gemeineigentum (Allmende) angewies...

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