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24.03.2009 / Schwerpunkt / Seite 3

Wie »der linke Krieg« bis heute als »notwendig« zurechtgelogen wird

Rüdiger Göbel
Ohne einen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und den grünen Außenminister Joseph Fischer wäre der völkerrechtswidrige Überfall der NATO auf Jugoslawien – »Der linke Krieg«, wie ihn Die Zeit nennt – wohl nicht möglich gewesen. »Es war eine rot-grüne Regierung, die am Vorabend der ›Berliner Republik‹ mit der pazifistischen Tradition der ›Bonner Republik‹ brach«, schreibt Matthias Geis in der aktuellen Ausgabe der Hamburger Wochenzeitung. »Ausgerechnet die Parteien, die einer militärischen ›Normalisierung‹ der deutschen Politik über Jahre hinweg skeptisch gegenübergestanden hatten, setzten nun die entscheidende außenpolitische Zäsur. Das stürzte SPD und Grüne in schwere Identitätskonflikte – und es half zugleich, die Entscheidung zu legitimieren.« Eine »bürgerliche« Regierung hätte den Protest auf der Straße mobilisiert – und einen beachtlichen Teil des rot-grünen Spektrums gegen sich gehab...

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